Geschichte
bis 1553
Am gleichen Ort steht eine mittelalterliche kleine Kapelle mit steilem Satteldach und spitzhelmigen Dachreitern. Bereits vor der Reformation wird diese Kapelle erwähnt. Ihr Standort vor dem Zwickauer Tor außerhalb der Stadtmauern läßt verschiedene Schlüsse hinsichtlich ihrer Nutzung zu: Wegekapelle, Hospitalkapelle, kleine Kirche der Händler und Kaufleute.Erwähnung um 1700 als "Hospitalkirche St. Niclas".
09.10.1553-1791
Hans Meusel, Stadtschreiber zu Auerbach, überläßt Rat und Kirchenvorstehern zu Auerbach eine Wiese, nahe dem Hospital gelegen, zur Anlegung eines Gottesackers. Mit der Anlage dieses neuen Friedhofes wurde die Nicolaikapelle Gottesackerkirche.
1791
Abbruch wegen Baufälligkeit
1792
Als Neubau wird ein rechteckiger Saalbau von 18 x 12 m errichtet mit Außenpfeilern
an den Längsseiten - je 3 Rundbogenfenster an den Längs- und 2 an den Querwänden und
flach geputzter Bretterdecke in 7,5 m Raumabschlußhöhe. Hinzu kamen 2 eingestellte
hölzerne Emporen, von denen die obere umläufig gebaut war. Die Westseite wurde durch
einen vorgestellten rechteckigen Turm mit Helmaufbau (Höhe ca. 23 m) markiert, das
steile Kirchendach im Osten abgewalmt. Der Haupteingang lag auf der Nordseite zum
Friedhof; ein weiterer Zugang befand sich an der Südseite des Turms. Im Turm führte
ein hölzerner Treppenaufgang zu beiden Emporen, zum Dach und zu den Turmräumen. Eine
weitere Treppe als Aufgang zu den Emporen befand sich in der Nordost-Ecke des Saales.
Für das Mauerwerk verwendete man Bruchsteine aus heimischem Urtonschiefer. Die
Fenster und Türbogen sind in Ziegelmauerwerk gewölbt. Der Turm ist bis über Firsthöhe
etwas quadratisch in Bruchsteinmauerwerk ausgeführt. Darüber befindet sich ein
verschieferter, hölzerner Helmaufbau, der ebenfalls den quadratischen Grundriß
beibehält.
1834
Nach dem großen Brand der Stadtkirche wurde die Nicolaikirche längere Zeit auch für
Gottesdienste genutzt.
1866
Beginn umfassender Restaurationsarbeiten. Mit einem Kostenaufwand von 1600 Talern
waren Erneuerungsarbeiten am Dach, an Decke und Fenstern, an den Turmmauern sowie
Außen- und Innenwänden durchgeführt worden.
1882
Im vergoldeten Turmknauf wurden handgeschriebene Blätter und Münzen gefunden, die
genauere Auskünfte vermitteln über die im Jahre 1866 begonnenen
Restaurationsarbeiten.
1891
Umbau der Kirche zur Parentationshalle (Aufbahrungshalle). Die Deckenfläche
erhielt einen dekorativen Schmuck durch eine Schablonenmalerei in einfacher
spätbarocker Formgebung.
1925
Nachdem der Neue Friedhof' am Lamnitzer angelegt wurde, verlor das Gebäude seine
Bedeutung. Auf dem Nicolaifriedhof fanden nur noch vereinzelt Beisetzungen statt.
Damit begann die Phase des Verfalls, die bis Ende des 2. Weltkrieges wesentlich
fortgeschritten war.
um 1950
Einbruch in die Kirche und Zerstörung des gesamten Altaraufbaus.
1952
Durchgreifende Außeninstandsetzung als Dachsanierung, Abputz, Einbau von Zugankern
im Dachstuhl und an der Saaldecke. Verglasung der Fenster mit Schutzvergitterung. Das
Gebäude blieb in der Folge ohne Funktion.
seit 1961
Nutzung durch den Betrieb Technische Gebäudeausrüstung als Rohrlager. Während dieser Nutzung auf Verschleiß erfolgten keinerlei Reparaturmaßnahmen.
ab 1982
Auf Grund der städtebaulichen und ortsgeschichtlichen Bedeutung gelang der
Gesellschaft für Denkmalpflege die Einstufung der Nicolaikirche als zu schützendes
Denkmal. Die Erarbeitung einer Studie zur Schaffung eines Saalraumes für vielfältige
kulturelle Nutzung und Erweiterung um einen Funktionsanbau wurde vorangetrieben.
Abschluß der Sanierungs- und Rekonstruktionsmaßnahmen am Kirchengebäude im
wesentlichen bis 1989. Durch Bereitstellung von Fördermitteln des Landes und
Haushaltsmitteln des Landratsamtes Abschluß der Bauarbeiten am Gebäudekomplex zum
200. Jubiläumsjahr.
06.11.1992
Wiedereröffnung der Nicolaikirche, die inzwischen um Foyer und Funktionsgebäude
erweitert worden war, um künftig als Galerie- und Veranstaltungshaus wieder eine
sinnvolle Verwendung zu finden. In wechselnden Ausstellungen wird meist
zeitgenössische Kunst gezeigt; gleichberechtigt sind daneben auch Themen aus Umwelt-
und Naturschutz, Politik und Geschichte.
Die Veranstaltungen sollen möglichst vielen Interessen gerecht werden. So finden zum
Beispiel Kammermusiker und Rockbands, Kabarett- und Theatergruppen, Vorträge und
Lesungen gleichberechtigt ein Podium. Der Vogtländische Kunstverein Göltzschtal e.V.
hat seinen Sitz hier und zeichnet oft mitverantwortlich für interessante
Kunstausstellungen.
Mit dem Jazzclub Auerbach e.V. ist das Haus seit der Eröffnung durch eine bewährte
Zusammenarbeit verbunden. So gelang es, international gefeierte Stars verschiedenster
Genres dieser Musik zu verpflichten und bedeutende, weit über Auerbach hinaus
bekannte Konzerte zu veranstalten.








